It’s Ostdeutschland, stupid!

wenn man von einer sache mal absolut keine ahnung hat googelt man das wort, schaut sich die ersten paar treffer an und weiss in der regel schon im groben um was es geht. is halt so.

Alkohol als der natürliche Feind von Sex und potentiellen Bekanntschaften

Es sollte eigentlich recht entspannt werden, ich wollte bei einer Freundin in trauter Zweisamkeit in ihren Geburtstag reinfeiern. Nach 10 Minuten gab’s allerdings derart Krach, dass ich unter ‚FICK DICH SELBER‘-Gebrüll ihre Wohnung sprichwörtlich unverrichteter Dinge räumen musste. Mit einer gehörigen Portion Frust im Bauch machte ich mich zu einem Freund in der Nähe auf, man trank ein paar Bier und ging noch auf eine Flatratesaufen-Party für die wir dank fortgeschrittener Stunde keinen Eintritt bezahlen mussten. Zwei Bier später begrüßte mich eine junge Dame welche mir vor einer Woche in einem Club stinkender Studentenkeller ihre Telefonnummer gegeben hat (und von mir ein paar Tage später, ebenfalls im Vollrausch versetzt wurde) mit einem beherzten Griff an die Eier. Ich freute mich wie an Weihnachten, allerdings fand ich besagte Frau etwa 15 Minuten später in ihrer eigenen Kotze liegend hinter einer Gartenmauer auf dem Partygelände wieder. Mist.
Mehr beabsichtigt als ausversehen ging mein Promillepegel stark gegen eins und als sowohl Bier als auch Party alle waren zog eine gut 5 Personen starke Gruppe weiter gen Tankstelle um Jägermeister und Kippen abzuchecken. Ab diesem Zeitpunkt ist es mir nur noch möglich anhand von Erinnerungsschnappschüssen und Erzählungen zu rekonstruieren: Man ging in zuvor erwähnten stinkenden Studentenkeller, davor entstand ein Bild wie ich eine Schland-Fahne verbrenne, weiss ich nixmehr von.
Danach ging’s weiter in eine Alkoholikerkneipe welche bis früh Morgends ausschenkt. Eine Freundin hatte 40€ dabei und war so voll dass sie mir ständig Schnaps ausgab. Irgendwann hielten wir es für eine gute idee einen Richtfestbaum von einer Baustelle schräg gegenüber der Kneipe auszuleihen, diesen mit vereinten Kräften auf die Hauptverkehrsstraße zu schleppen, die Polizei zu rufen (‚Da issn Baum auffer Straße! Gefährlich! Macht dasmaweg!‘) und sie beim Wegräumen auszulachen und das ganze bildlich festzuhalten. Das ganze haben wir dann wohl ein paarmal wiederholt, sodass einer der Beamten irgendwann nichtmehr in den Bus einstieg sondern sich hinter einem Busch versteckend auf die Lauer legte und uns in flagranti beim Baumpflanzen erwischte. Eine Anzeige wegen Eingriff in den Straßenverkehr war die Folge, die Beamten waren obendrein noch recht unfreundlich und brüllten des öfteren ‚HALTS MAUL‘ und ‚SCHEISS STUDENT‘.
Während der ganzen Zeit stand die Inhaberin des Alkischuppens in unmittelbarer Nähe, lachte schallend und machte Handybilder – zur Belohnung gab’s noch ne Runde Schnaps. Ich wurde von der spendablen Freundin mit heimgenommen, wir brauchten etwa eine Stunde für einen Kilometer, mittlerweile war 6 Uhr, die Bäckerei wurde gerade beliefert, wir zocktem den Lieferanten ein paar Teilchen und kotzten diese wenig später Händchenhaltend gemeinsam in ihre Toilette. Zu zerstört für irgendwas schliefen wir nebeneinander ein, am nächsten Morgen erwachte ich, ganze WG leer, ich schrieb einen Zettel und wankte noch recht stark angetrunken bei strahlendem Sonnenschein durch die Innenstadt zum Busbahnhof, es war verdammt viel los.
Im Bus tat ich mein bestes mich zusammenzureisen, scheiterte nach etwa 10 Minuten kläglich und kotzte geschätzte dreieinhalb Liter direkt vor meine Füße, das Gefährt war gut gefüllt, manche Leute standen sogar. Der Busfahrer stoppte, warf mich aus dem Bus und wurde von mir wohl so übel beleidigt dass eine Mutter ihrer Tochter die Ohren zuhielt. Ich lief die restlichen 500m nach Hause. Die Endbushaltestelle der Buslinie liegt direkt gegenüber meiner Wohnung, ich sah‘ den Bus noch dort verweilen und hielt es für eine gute Idee den Busfahrer ein zweites mal anzupöbeln, gegen die Busscheibe zu spucken und gegen das linke Vorderrad zu treten. An der Bushalte selbst stand etwa die halbe Nachbarschaft auf dem Weg zum Samstagsausflug und schaute beschämt in die andere Richtung. Es sei noch erwähnt dass ich massive Einschlafprobleme hatte und ein paar Stunden Dehydrationsqualen from hell leiden musste, weil mein Körper jegliche zugeführte Flüssigkeit sofort wieder rückwärts trinken musste.

Seit dem Abend hab‘ ich nichtmehr richtig Gesoffen. Das war vor 3 Wochen. Ich entschuldige mich hiermit in aller Form bei den Polizeibeamten, der RMV für den verkotzten Bus, bei dem Busfahrer für die doppelte Belästigung und auch der Kerl dem ich die Schlandfahne vom Auto abgerissen haben muss sei hiermit um Verzeihung gebeten. Schande über mich, kommt niewieder vor. Aber son bissl cool wars schon.

Faultier und Helfer

Gestern Nacht, etwa 3 Uhr auf dem Heimweg von einem Festival auf welchem ich den ganzen Tag über auf penetrante Art und Weise Bekehrungsversuchen seitens meiner beiden Mitfahrer ausgesetzt war, ihres Zeichens konvertierte und sehr überzeugte, wenn auch wenig überzeugende, Christen: Ein rießiges Ungetüm aus Metall liegt mitten auf der Straße. Ich hab‘ irgendwie meine sozialen fünf Minuten und rufe trotz erhöhtem Blutdruck und dem dringenden Verlangen endlich in meine Heia zu kriechen die Polizei vom Handy aus an.

Ich: Hallo, hier ist der Manfred, ich steh‘ in Fulda, Bergstraße Ecke Waldstraße und hier liegt ein enorm großer Altkleidercontainer auf der Straße. Ist ziemlich gefährlich, da hinter einer Kurve.
Polizistin: Okay, warten sie bitte vor Ort, ich schicke einen Streifenwagen vorbei, dann helfen die Ihnen den von der Straße zu tragen
Ich: Wie bitte?
Polizistin: Warten sie bitte dort, ich schicke einen Streifenwagen der ihnen beim Freiräumen der Straße hilft!
Ich: Ich hab‘ den Container nicht umgeworfen und wollte nur bescheid sagen damit der geräumt wird bevor jemand dagegenfährt!
Polizistin: Ach, jetzt seien sie nicht so faul.
Ich: Wie bitte? Ist das die Art von Gespräch, die mich jedesmal erwartet wenn ich den Notruf wähle? Ganz davon abgesehen ist das Ding auch mit 5 Leuten nicht wegzubewegen, das ist aus Metall und 3×4 Meter groß und wiegt bestimmt..
Polizistin: Jetzt stellen sie sich nicht so an, die Kollegen sind in spätestens 10 Minuten da!
Ich: Ich bin betrunken, müde und auf dem Heimweg, ich hab‘ keine Zeit hier auf..
Polizistin: Na wer um die Uhrzeit noch auf der Straße sein kann, kann auch auf den Streifenwagen warten und beim Aufräumen helfen! Lügen sie mich doch nicht an!
Ich: WTF, ich geh‘ jetzt heim und schlaf‘ meinen Rausch aus, macht doch euern Scheiss alleine!

Wie läuft das eigentlich wenn man abgezogen oder angestochen wird? ‚Warten sie bitte auf die Streife, die geben ihnen dann Handschellen mit denen sie die Täter verhaften können – und lügen sie mich doch nicht an, wer um die Uhrzeit noch auf der Straße ist hat doch Dreck am Stecken!‘

Streethustle Dortmund Nordstadt

Der Boss beim dämpfen.
Hier gibt es den ersten, sehenswerten Teil einer ZDF Doku-Trilogie über die dortmunder Nordstadt. So kann man Gürcan dem Boss lauschen, wenn er von seiner Hood und dem auf der nächsten Straßenseite beginnenden Griechenpark redet in den er auswandert wenn es bei ihm mal kein gutes Grass gibt oder ihn dabei begleiten, wenn er gediegen mit seinen Trainings-Lans auf dem Spielplatz einen harzt. Der hier verlinkte, erste Part des Dreiteilers ist echtes Internet-Gold, welches man sich unter keinen Umständen entgehen lassen sollte – die anderen zwei Teile kann man sich sparen, die sind nicht wirklich real.

Highlights:

  • renitente Oma Bonke, bei dem Versuch einen Türkischen Vater vom Spielplatz zu verscheuchen
  • Müllsammler Dieter Böhm, der einen positiven Bezug zu seiner 1€-Arbeit hat
  • eine Querfront aus Türken, Deutschen, Russen und Albanern die eine Bürgerwehr gegen die Kriminellen Bulgaren (‚die neuen im Viertel‘) aufziehen und verbal so eskalieren , dass ein anwesender Polizeibeamter sich genötigt sieht Antirassistisch zu intervenieren
  • Unterhemdenalkoholiker im Park reden über Ausländer, New York und Langeweile
  • Sozialarbeiter Niklas Mayer beim zensieren von Raptexten: ‚Fickt euch‘ ist verboten, ‚Bitch, du musst blasen‘ erlaubt.
  • Ich bin der Boss, alter! Leger!
  • Die gute Seite

    All jenen, welche wie ich enormen Spass daran haben die deutsche Sprache zu Grabe zu tragen sei diese Website ans Herz gelegt, garantiert lustiger als die doch etwas repetitiven Gewalt- oder Pornovideos die man sich sonst im Web anschaut. Können diese Suchbegriffe lügen?

    Hier einige meiner Faves:

    http://mundmische.de/entry/show/13620
    http://mundmische.de/entry/show/2818
    http://mundmische.de/entry/show/2818

    Ha-ha-ha-halt dein Maul!

    Der Kerl hat mir, ohne mir bekannt oder geschweige denn von mir darum gebeten worden zu sein eine lustige Analyse meines Studivz-Profils erstellt. Achtung, Zitat:

    nur gut dass 99 prozent der deutschen durch die medien so hart manipuliert sind dass sie die ganzen wiederspruechlichkeiten in deiner person nicht mitbekommen ! du kannst weiterhin komunismus als deine politische einstellung eingeben und dich als club mitglied der ’48 bluewhite jerusalem defenders angeben !
    meisteeeeeeeeeeeeeeeer!
    1948 wurde ein teil des syrischen volkes aus seiner heimat vertrieben um ein vom imperialismus gepflanzten mini kapitalistenstaat auf seinen boden zu errichten !
    whatever israel = gleich juedischer staat ! kommunismus laut marx steht im ersten sinne fuer die verbannung von religion aus dem oeffentlichen leben und in seiner simpelsten form steht er fuer die trennung von staat und religion ! ich erinnere dich an das beruehmte zitat karl marx : religion ist opium fuers volk ! ausserdem koenntest du dir ruhig mal die juedische frage vom marx unter die nase ziehen ! auf jeden fall entscheide dich entweder kommunist oder jude willst du kommunist sein muestest auf jedenfall deinen reaktionaeren glauben aufgeben !!!!!
    viva la intefada tod dem imperialistischem apartheids staat israels
    ssnp
    raf
    pflp
    forever

    Wir halten fest: Juden können keine Kommunisten sein und der Islamist an sich baut in jeden Satz mindestens 3 Rechtschreibfehler ein.

    Jubelnde Deutsche mindern meine Lebensqualität

    grosze bombe - alles kaputt

    Der Tag begann äußerst angenehm. Nach mehrstündiger Tanzerei morgends gegen 6 ins Bett gefallen, schön ausgeschlafen, gegen Abend aufgestanden und mit Freunden in einer Studentenkneipe bei Bier und Zigaretten gefrühstückt. Gestört wurde die Idylle lediglich durch eine überdimensionierte Leinwand auf der man ein paar Volldeppen dabei zuschauen konnte wie sie hinter einem Ball herrennen. So ärgerlich das für sich genommen schon ist, so war das Schwarz-Rot-Goldene Rudel VOR der Leinwand das eigentliche Problem. Man hatte sich herausgeputzt, die Schland-Fahne um die Hüfte gebunden, die Flagge auf die Backe gemalt, den Fan-Iro aufgesetzt oder ganz dreist einfach dem mitgebrachten Hund noch ein schwarz-rot-goldenes Bändchen verpasst. Ein weiss-roter Schminkstift war trotz Nachfragen nirgends zu bekommen und so blieb uns nach ein paar wohlplatzierten, ihre Wirkung allerdings verfehlenden Machtrülpsern unter lautem Rumgenöle nur die Flucht vor der pöbelnden Bauernrotte („Eeeeeh, ihr steht im Bild! ICH SEH‘ DE ECKBALL NET!“). In der WG eines Freundes angekommen scheiterte unser Versuch mit einer guten Fahne und guter Musik eine Gegen-Balkonparty zur Hebung der eigenen Laune an den Start zu bringen an der menschenleeren Straße und dem damit ausfallenden Komm-wir-ärgern-die-Opfer-Faktor. Zeitlich wunderbar organisiert verließen wir die WG bevor das Spiel zu Ende war und liefen durch leergefegte Straßen gen Heimat, unterwegs plötzlich ein gewaltiges Raunen und Brüllen dass sich durch die ganze Stadt zog, es muss wohl noch ein Tor gefallen sein. In der Wohnung angekommen legten wir uns aufs perfekt positionierte Bett, rauchten und schauten Southpark während wir beide Fenster aufrissen – das Zimmer glich einer Sauna. Während der ersten Folge (Cartman war gerade dabei seine Mitschüler mit einem Rohrstock zu züchtigen!) brach unten auf der Straße das Chaos los: Zwei Stunden andauerndes Gehupe von beflaggten Autokorsos und besoffene Hurensöhne die DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND-brüllend durch die Straßen fielen. Laut fluchend stellten wir fest, dass wir das Fenster nicht schließen konnten ohne den Hitzetod zu sterben, sahen uns genötigt die Anlage enorm laut zu stellen um der Serie halbwegs folgen zu können und genossen noch einige Southparkfolgen mit Hupkonzert und Affengeschrei als Hintergrundmusik.

    Lieber Gott, bitte lass‘ die das Turnier nicht gewinnen, die spinnen doch.

    Von Tofuwurst und Holzspielzeug

    Es war einmal in Frankfurt, eine durchaus interessante Veranstaltung ansprechenden Themas anlässlich des runden Geburtstages von Buddy Israel war angekündigt worden. Ich begab mich ins Café KoZ nachdem ich verwirrt und orientierungslos vom Bahnhof in die U4 gefallen und zuerst fälschlicherweise das IVI angesteuert hatte. Anstatt mich über meine Verspätung und die Tatsache, dass ich mehr als die Hälfte der Veranstaltung bereits verpasst hatte aufregen zu müssen bekam ich fünf Minuten nach meinem Eintreffen direkt gar köstliches geboten. Im Vorfeld hatten Menschen die sich selbst als Linke bezeichnen würden angekündigt, gegen besagte Veranstaltung vorzugehen, weil eine/r der Ihren vor nicht allzulanger Zeit aufgrund eines hässlichen Arafat-Lappens gebeten wurde die Räumlichkeiten des IVI zu verlassen damit denkende Menschen nicht durch ihre regressiv-penetrante, nach außen gekehrte Antimoderne Aura belästigt werden. Gleichzeitig hat der ASTA der Uni Frankfurt laut Veranstalterkreisen den Organisierenden Gruppen das Hausrecht entzogen und damit verhindert, dass eventuell aufkreuzende Störenfriede des Raumes verwiesen werden können. Dank der freundlichen Unterstützung der Studentenvertretung konnte der geneigte Zuschauer dann auch ein brilliant inszeniertes Meisterwerk des zeitgenössischen Bauerntheaters der Laienschauspielergruppe ‚Dumm und Deutsch‘ live und in Farbe miterleben. Bevor die zehn bis 15 angereisten Baumhippies mit ihrer Kür begannen, wurde noch ein Flyer unters Volk gebracht. Nach kurzem Überfliegen eben jenes wird klar, dass die Protagonisten als herumhampelnde Pausenclowns wohl zu gebrauchen sind, sie jedoch in Zukunft die Finger von modernen Dingen wie Computern oder Schreibmaschinen lassen und sich nur Verbal durch Grunzlaute und Furzgeräusche artikulieren sollten: Die wahllos aneinandergereihten Worte auf dem verschwendeten Papier werden lose zusammengehalten von entweder ‚Kriegstreiberei‘, ‚Rassismus‘ oder ‚Grünkernbratlinge‘ – wobei jedes der Worte nicht weniger als zweimal in jedem Satz vorkommen darf. Anstatt, wie bei einer Podiumsveranstaltung üblich, erst nach Ende der Vorträge der eigenen Dummheit durch blöde Kommentare und von Ignoranz getriebener Unwissenheit Ausdruck zu verleihen begannen die vermutlich aus einer Agrar-Anarchistischen Vogelsberg-Kommune kommenden Bauern schon während der Veranstaltung zu pöbeln. Nachdem sie im Verlauf des Abends diverse Infantile Fragen von zunehmend unleidiger werdenden Rednern beantwortet bekommen hatten wurde der Unmut innerhalb des Intelligenten Teils der Zuhörerschaft greifbar als eine Frage deren Antwort man zu verstehen offensichtlich nicht im Stande waren zum Dritten mal vorgebracht wurde. Es kam zu einer kleinen Rangelei, ein bisschen Rumgebrülle und dem Abgesang: Die ‚Schurken ohne Staat‘ schmetterten tatsächlich ‚Hoch die Internationale Solidarität‘ während sie ihre Holzschuhe und Sackhosen gen Ausgang manövrierten. Ein großartiges Spektakel mit hohem Fremdschäm-Faktor, welches bei der anschließenden, großartigen IVI-Party noch für lautes Gelächter und spontane Imitationen sorgte. Ein mit absoluter Konsequenz gesetzter Schlusspunkt – ihr seid die coolsten Säue seit Matt Damon und dem Typen hier.

    Feuer und Flamme für Drehtüren mit zu kleinem Zeitfenster

    Brenn, du Nutte
    Es begab sich vor nicht allzulanger Zeit: Ich wollte ins Hallenbad, schwimmen, mir sogar eine Halbjahreskarte kaufen. Statt der benötigten 55€ hatte ich leider nur 50€ dabei und entschied mich für ein Ein-Tages-Ticket und dachte mir noch ‚Das schreibst‘ dir aber mal auf nacher, sonst bringst nächstesmal wieder zuwenig Kohle mit‘ während ich den Automat mit meinem Geldschein fütterte. Der Eintritt kostete 1.80€. Die restlichen 48.20€ kamen in 2€ und 1€-Münzen unten rausgeklimpert. Während ich laut fluchend beschäftigt war mit beiden Händen Münzgeld in meine Taschen zu stopfen und die hinter mir mittlerweile auf 10 Leute angewachsene Schlange zu ignorieren übersah‘ ich die Sekundenanzeige auf dem Monitor direkt vor mir die von 30 langsam aber sicher gegen null tickte. Als ich den letzten Euro aus dem Geldrückgabeschlitz gefischt hatte blickte ich auf und bemerkte dass mir noch 2 Sekunden Zeit blieben um das Drehkreuz zu passieren. Natürlich schaffte ich es nicht. Ich bezahlte noch einmal Eintritt, trat gegen das Drehkreuz und rief laut irgendetwas mit Hitler und Hurensohn. Nach meiner Machtergreifung werden Schwimmbäder verstaatlicht, die Vorräume mit den Kartenautomaten und Plastikstühlen werden zu Lounges umgebaut in denen Opiumpfeifen und Häppchen gereicht werden während nackte Frauen zu Egotronic feiern. Und wer damit nicht down ist kommt ins Gulag und muss 24/7 mit den Genmaisfeldbesetzerhippies unter einem Dach leben.

    Ich bin ein schlechter Mensch

    Diesen Zettel fand‘ ich heute auf meinem Schreibtisch. Mein Mitbewohner und Hauptmieter, nennen wir Ihn mal Ingo, legt gesteigerten Wert auf Achtsamkeit in seiner Wohnung. Den Punkt mit dem Kühlschrank lasse ich gelten: Das halbe Kilo Rind hat ab Mitte der Semesterferien in der verlassenen Wohnung etwa 3 Wochen gegammelt und der Kühlschrank musste unter einem gewissen Aufwand von stechendem Aasgeruch befreit werden. Zu meiner Verteidigung sei jedoch anzuführen, dass soetwas anderswo auch gerne um Spieße gewickelt und im Döner verkauft wird.